Im Juni 2024 einigten sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 585.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Dieser sieht eine gestaffelte Erhöhung der Entgelte um insgesamt 6,85 Prozent vor: Ab September 2024 steigen die Löhne um 2 Prozent, gefolgt von weiteren 4,85 Prozent ab April 2025.
Zusätzlich erhalten IGBCE-Mitglieder ab 2025 exklusiv einen zusätzlichen freien Tag pro Jahr. Diese Neuerung stellt einen bedeutenden Schritt in der Tarifpolitik dar und unterstreicht die Wertschätzung gewerkschaftlichen Engagements.
Die Reallohnentwicklung, also die Anpassung der Löhne an die Inflation, ist ein zentrales Thema in den Tarifverhandlungen. In den vergangenen Jahren führten hohe Inflationsraten zu einem Rückgang der Reallöhne. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Nominallöhne im zweiten Quartal 2024 um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent zunahmen, was zu einem Reallohnanstieg von 3,1 Prozent führte. Insgesamt hinkt die Lohnentwicklung, auch in der chemischen Industrie weiter der Preisentwicklung hinterher!
Der aktuelle Tarifabschluss in der Chemieindustrie trägt dazu bei, die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken. Die gestaffelten Lohnerhöhungen sollen sicherstellen, dass die Gehälter mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten und den Beschäftigten finanzielle Sicherheit bieten.
Insgesamt markiert dieser Tarifabschluss einen wichtigen Fortschritt für die Beschäftigten der Chemieindustrie, indem er sowohl finanzielle Verbesserungen als auch zusätzliche Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder bietet.